1.5. Installation

Die Installation von GnuCash ist normalerweise sehr einfach, denn die meisten modernen Linuxdistributionen stellen GnuCash vorkompiliert und gebrauchsfertig bereit. Es ist sogar wahrscheinlich, dass GnuCash bereits installiert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es am einfachsten, es von der Installations-CD ihrer Distribution zu installieren.

1.5.1. GnuCash

Für den Fall, dass ihre aktuelle Linux Distribution GnuCash nicht enthält, oder falls Sie eine andere Version installieren wollen, bietet die GnuCash Homepage detaillierte Informationen zur Installation von GnuCash. Sie können sich dazu auch die README Datei im Quellcode ansehen. Build Anweisungen finden Sie bei: wiki/Building.

Seit Version 2.4.0 kann GnuCash zusätzlich zu XML, auch SQLite, MySQL oder PostgreSQL Datenbanken benutzen, um die Daten zu speichern. Ähnlich wie GnuCash muss auch das gewünschte SQL-backend installiert werden.

Warnung

GnuCash lädt beim Öffnen einer Datei/Datenbank weiterhin alle Daten vollständig in den Arbeitsspeicher. Daher ist GnuCash auch mit SQL-backend nicht mehrplatzfähig! Bei Verwendung der SQL-backends erhalten Sie keine Warnung, wenn die Datei von einer anderen GnuCash Instanz geöffnet und verändert wird!

Um festzustellen, mit welchen Datenbank Optionen GnuCash kompiliert wurde, gehen Sie auf DateiSpeichern unter… und klappen die Liste Dateiformat auf:

Verfügbare Dateiformate

Die Abbildung zeigt die verfügbaren Dateiformate.

Die Liste zeigt neben XML die von GnuCash unterstützten SQL-backends und zwar auch dann, wenn diese noch nicht installiert oder für GnuCash eingerichtet sind. Wird als Dateiformat nur XML angezeigt, müssen Sie eine andere GnuCash Version installieren oder selbst kompilieren, um das SQL-backend nutzen zu können. Genauere Informationen dazu finden Sie auf der GnuCash Homepage.

Unterstützt GnuCash das gewünschte SQL-backend, muss dieses auf Ihrem System installiert und, im Falle von MySQL oder PostgreSQL, für die Benutzung mit GnuCash eingerichtet werden.

MySQL und PostgreSQL basieren auf dem Client-Server-Modell, was die Einrichtung des jeweiligen Servers erforderlich macht. In den nachfolgenden Beispielen wird jeweils die Einrichtung der folgenden Datenbankverbindung beschrieben:

Einstellungen einer Datenbankverbindung

Die Abbildung zeigt die Einstellungen einer Datenbankverbindung.

1.5.2. Installation von SQLite

Sofort nach der Installation des SQLite3 Quellpakets steht SQLite als backend zur Verfügung. Weitere Einstellungen sind nicht erforderlich. Wählen Sie im Dialog Speichern als… sqlite, wird eine entsprechende Datenbank in einer einzigen Datei mit dem von Ihnen gewählten Namen in dem von Ihnen gewählten Verzeichnis angelegt.

Von der Kommandozeile können Sie die Datenbank öffnen mit:

sqlite3 meinedatei.gnucash

und die Liste der erstellten Tabellen anzeigen lassen mit:

.tables

1.5.3. Installation und Konfiguration von MySQL

Laden Sie MySQL aus den Quellen Ihrer Distribution oder laden Sie es von www.mysql.de herunter und installieren Sie es mit den Default Einstellungen. In Ubuntu 10.04 LTS erledigen Sie das mit

sudo apt-get install mysql-server

Bei der Installation werden Sie aufgefordert, das Passwort für das MySQL Administratorkonto root einzugeben (nicht zu verwechseln mit dem Ubuntu Administrator). Anschließend läuft der Server.

Von der Kommandozeile melden Sie sich als MySQL-Administrator root bei dem MySQL-Client an:

mysql -u root -p

Legen Sie dann einen neuen Benutzer gncuser mit dem password 'gncpw' an:

CREATE USER 'gncuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'gncpw';
GRANT ALL PRIVILEGES ON *.* TO 'gncuser'@'localhost';

Wählen Sie nun in GnuCash als Dateiformat mysql und geben die oben gezeigten Parametern für die Datenbankverbindung ein. Nachdem Sie die Rückfrage, ob eine neue Datenbank angelegt werden soll bestätigt haben, wird diese in MySQL erstellt.

Von der Kommandozeile können Sie sich nun die erstellten Tabellen ansehen mit:

SHOW DATABASES;
USE gnucash;
SHOW tables;

1.5.4. Installation und Konfiguration von PostgreSQL

Laden Sie PostgreSQL aus den Quellen Ihrer Distribution oder laden Sie es von www.postgresql.org herunter. Sie benötigen mindestens Version 8.4 (zur Zeit die neueste stabile Version). Installieren Sie es mit den Default Einstellungen. In Ubuntu 10.04 LTS erledigen Sie das mit

sudo apt-get install postgresql

Anschließend läuft der Server und das Postgres Administrator Konto postgres ist eingerichtet.

Legen Sie nun das Postgres Benutzerkonto gncuser an:

sudo -u postgres createuser -dRSP gncuser

Die Optionen dRSP bewirken, dass gncuser Datenbanken anlegen kann (d), keine neuen Benutzer anlegen kann (R), nicht Administrator ist (S) und sich durch ein Passwort ausweisen muss (P), welches Sie an dieser Stelle eingeben müssen.

Wählen Sie nun in GnuCash als Dateiformat postgres und geben die oben gezeigten Parametern für die Datenbankverbindung ein. Nachdem Sie die Rückfrage, ob eine neue Datenbank angelegt werden soll bestätigt haben, wird diese in Postgres erstellt.

Von der Kommandozeile können Sie sich nun in den Postgres Client psql als Postgres Administrator einloggen:

sudo -u postgres postgres psql -dgnucash

und die Liste der erstellten Tabellen anzeigen lassen mit:

gnucash=# \d